ALIB (Alphabetisierung und Bildung)

Die im Februar 2011 veröffentlichte LEO-Studie zur Literalität von Erwachsenen zeigt: 7,5 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben. Das kann für die Betroffenen die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt, und einen erheblichen Verlust von Lebensqualität bedeuten.

Man schätzt, dass in Deutschland rund 4 Millionen Muttersprachler nicht ausreichend lesen und schreiben können.

Die Ursachen für fehlende Schreib- und Lesekompetenzen sind vielfältig. Schwierige Familienverhältnisse, häufige Umzüge, viele Geschwister und beengte Wohnverhältnisse treffen mit unzureichenden Fördermaßnahmen in den Schulen zusammen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert im Rahmen der Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen die Forschung und Entwicklung in der Alphabetisierung und Grundbildung.

Zu den geförderten Projekten gehört das Projekt ALBI, in dem zwei Universitäten und Verbände bzw. Träger der Weiterbildung aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zusammenarbeiten.

Der Begriff ALBI steht für “Alphabetisierung und Bildung”. Das Projekt richten sich an deutsche Muttersprachler, die während der Schulzeit nicht oder nicht ausreichend lesen und schreiben erlernt haben.

Im Rahmen des Projekts wurden in der Alphabetisierung- und Grundbildungsarbeit Fortbildungen und Kursangebote entwickelt und lokale Initiativen unterstützt.


“Das Projekt ALBI soll einen Anschub geben, um Erwachsenen durch ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse in Beruf und Alltag Sicherheit und Teilhabe zu ermöglichen”, so Susanne Syren(ALBI-Projektbüro der ev. Landesarbeitsgemeinschaft  für Erwachsenenbildung in  Bad Kreuznach).

Hier finden sie eine Auswahl von Publikationen des Projektes:

  • Maike Groeneveld, Matilde Grünhage- Monetti, Marion Klinger, Ines Wilhelmi: Food Literacy im Alphabetisierungskurs. Lesen und Schreiben schmackhaft machen. Mainz 2011. (PDF)
 
  • Markus Höffer-Mehlmer (Hg.): Alphabetisierung und Grundbildung vor Ort stärken.
Ein StarterKit für die Weiterbildung. Mainz 2011. (PDF)

  • Markus Höffer-Mehlmer (Hg.): Bis hierher … und weiter. Neue Ansätze der Alphabetisierung und Grundbildung.Mainz 2011. (PDF)

  • Markus Höffer-Mehlmer: Rezension von: Zeuner, Christine / Pabst, Antje: „Lesen und Schreiben eröffnen eine neue Welt!“, Literalität als soziale Praxis – Eine ethnographische Studie. Bielefeld: W. Bertelsmann 2011. In: EWR 10 (2011), Nr. 5  (Veröffentlicht am 04.10.2011), URL: http://www.klinkhardt.de/ewr/978376394686.html

  • Markus Höffer-Mehlmer: Starthilfe für professionelle Alphabetisierung. Wie Menschen für Alpha-Kurse gewonnen werden können. In: dis.kurs. Sonderheft Herbst 2011, S. 39-40. (PDF)


  • Markus Höffer-Mehlmer: Netze und Impulse für die Grundbildung. In: Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends. H. 3/2011, S. 18-19. (PDF)


  • Markus Höffer-Mehlmer: Lesen lernen als Thema von Eltern-Ratgebern. Zu Kontinuität und Wandel eines Themas. In: Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung, Joachim Bothe (Hg.): Funktionaler Analphabetismus im Kontext von Familie und Partnerschaft. Münster 2011, S. 78-83. (PDF)

  • Daniela Wagner; Kajo Wintzen unter Mitarbeit von Susanne Syren und Bärbel Zahlbach-Wenz: Alphabetisieren mit Herz und Verstand. Fortbildung und Betreuung von ehrenamtlichen Lernbegleiter/-innen. Mainz 2011. (PDF)

  • Daniela Wagner unter Mitarbeit von Elfriede Haller, Marion Klinger, Susanne Syren und Bärbel Zahlbach-Wenz: Alphabetisierung und Grundbildung Zielgruppengewinnung durch Netzwerkarbeit Empfehlungen für Weiterbildungseinrichtungen und Netzwerkende. Mainz 2011. (PDF)

  • Daniela Wagner; ElfriedeHaller: Erwachsene funktionale Analphabeten erkennen, ansprechen, vermitteln und begleiten. Informationen zur Planung und Durchführung von Vorträgen, Infoveranstaltungen und Fortbildungen. Mainz 2011. (PDF)

 

Quelle: http://www.albi-projekt.de/publikationen.html

 

Ich will lernen

Ich will lernen ist ein Internet-Lernportal für gering qualifizierte Erwachsene im Bereich der Grundbildung und der Alphabetisierung.
Es soll die Betroffenen dazu ermutigen sich helfen zu lassen und z.B. 
an einem Alphabetisierungskurs teilzunehmen.
Das Lernportal ist ein Projekt des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) und wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Es ist in verschiedene Lernbereiche unterteilt:
Der Lernbereich Alphabetisierung und Grundbildung bietet mit individuellen Übungen einen niederschwelligen Einstieg in Lernprozesse der Grundbildung: Schreiben, Rechnen und Übungen zum Alltag sowie zur Ökonomischen Grundbildung (Leben und Geld).
Im Lernbereich Förderung der Abschluss- und Beschäftigungsfähigkeit / Schulabschlüsse können sich Lernende in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch sowie berufliche Orientierung auf ihren Schulabschluss vorbereiten.
Der Lernbereich Leben und Geld bietet Übungen zu Themen rund um die Ökonomische Grundbildung an. Er setzt an konkreten ökonomisch geprägten Lebenssituationen der Lernenden an und bietet Inhalte zu den Themen: Haushalt, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Schulden, Konsum, Bankgeschäfte und Vorsorge/Versicherungen.

 

Sie finden das Protal unter : http://www.ich-will-lernen.de/

Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Stiftung Lesen starten
das größte Leseförderungsprogramm Deutschlands

"Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen" ist die deutschlandweit größte Initiative zur Leseförderung. Die Förderung des Knowhows in der Leseförderungsarbeit und besonders die neue Lesestart-Initiative sollen einen Beitrag leisten, um vor allem die frühkindliche Bildung voranzutreiben. Damit wird Eltern eine einfache, aber effektive Möglichkeit gegeben, ein gutes Fundament für die Bildungsbiografie ihrer Kinder zu schaffen.

Das Programm begleitet Kinder und Eltern in den entscheidenden frühen Jahren bis zum Eintritt in die Schule. "Lesestart" ist auf acht Jahre angelegt, in der Zeit sollen 4,5 Millionen Lesestart-Sets an junge Familien verteilt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür rund 26 Millionen Euro zur Verfügung.

Jedes Set enthält ein altersgerechtes Buch sowie Tipps und Informationsmaterial für die Eltern, die zusätzlich auf Polnisch, Russisch und Türkisch angeboten werden. Ihr erstes Lesestart-Set erhalten die Eltern einjähriger Kinder bei der U6-Untersuchung von ihrem Kinderarzt. Das zweite Set bekommen sie für ihre dreijährigen Kinder bei einem Besuch in der Bibliothek. Kurz nach der Einschulung schließlich wird das dritte Set an die Erstklässler verteilt.

Das Programm wird durch eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch die Berliner InterVal GmbH in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II, Universität Köln und der AG Kinder- und Jugendpsychiatrische Epidemiologie und Evaluation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf evaluiert.

Große Unterstützung erhält "Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen" durch seine Kooperationspartner: Der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte sowie fünf Bibliotheksverbände - Deutscher Bibliotheksverband e.V., Borromäusverein, Evangelisches Literaturportal e.V., Sankt Michaelsbund und Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland - übernehmen unter anderem über ihre Mitglieder die Vergabe der Lesestart-Sets.

 

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.lesestart.de und
http://www.bmbf.bund.de/de/15467.php im Internet.

Presse- und Hintergrundinformationen, Fotos sowie der aktuellen Lesestart-Film
stehen im Internet unter www.lesestart.de/Presse.html als Download zur
Verfügung.

Förderprogramm - Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener

Das Ziel des Vorgestellten Programms ist es die Diskrepanz zwischen beruflichem Anforderungsprofil und individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verringern und langfristig dazu beizutragen, die Situation von benachteiligten Menschen und ihre beruflichen Kompetenzen zu verbessern und einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsmarktes zu leisten. Dazu werden verschiedene Förderungsschwerpunkte Aufgelistet:

Konzepte und Maßnahmen zur arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung

Ziel dieses Handlungsfeldes ist es, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf betrieblicher Ebene dafür zu öffnen, arbeitsprozessbezogene und beschäftigungssichernde Unterstützungs- und Lösungsansätze zu entwickeln, anzubieten und umzusetzen.

Dazu gehören Angebote zur Verbesserung der Kompetenzen im Schreiben, Lesen und Rechnen gehören ebenso dazu wie der Zugang zu Computern und Internet sowie  deren Nutzung.

Beratungs- und Schulungsangebote für Akteure der Arbeitswelt und im Alltag der Betroffenen

Ziel dieses Handlungsfeldes ist es, Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit ganzheitlich zu verankern. Akteure der Arbeitswelt und im Alltag der Betroffenen sollen dafür sensibilisiert werden, Alphabetisierungs- und Grundbildungsdefizite anderer im eigenen Arbeitsprozess wahrzunehmen und Handlungsbedarfe zu identifizieren.

Die geschulten Akteure sollen zudem in ihren Institutionen auf das Thema Alphabetisierung und Grundbildung aufmerksam machen.

Fortbildungsangebote für Trainerinnen und Trainer sowie Dozentinnen und Dozenten in Bildungsmaßnahmen

Ziel dieses Handlungsfeldes ist es, alphabetisierungs- und grundbildungsorientierte Bildungsmaßnahmen erwachsenengerecht anzubieten und durchzuführen. Denn die Vermittlung dieser Fähigkeiten bedarf geschulten Personals.  

 

 

Weitere Informationen finden sie hier : http://www.bmbf.de/foerderungen/17720.php