Das Brigitte-Sauzay-Programm   

In enger Zusammenarbeit mit den deutschen und französischen Schulbehörden fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) seit dem Jahre 1989 den mittelfristigen individuellen Schüleraustausch zwischen Deutschland und Frankreich.

 

Unter Berücksichtigung der jeweiligen Bestimmungen der einzelnen Bundesländer unterstützt das BRIGITTE-SAUZAY-Programm Schüler der 8. bis 11. Klasse, die seit mindestens zwei Jahren französisch lernen und einen individuellen Aufenthalt in Frankreich auf Austauschbasis absolvieren wollen.

 

Wie läuft der Austausch ab?

Die deutschen Schüler bleiben in der Regel drei aufeinanderfolgende Monate (mind. 84 Tage) in Frankreich. In Einzelfällen kann die Aufenthaltsdauer auch auf acht Wochen (mind. 56 Tage) begrenzt werden. Der Zeitpunkt des Austausches wird in Abstimmung mit den verantwortlichen Lehrern der beteiligten Schulen gewählt. Während ihres Aufenthaltes sind die deutschen Schüler in der Familie ihres Austauschpartners untergebracht und besuchen mindestens sechs Wochen lang den französischen Unterricht.

Im Gegenzug nehmen die deutschen Schüler ihren französischen Partner in ihrer Familie auf und besuchen gemeinsam mit ihm die Schule in Deutschland. (Das Programm beruht somit auf Gegenseitigkeit; die Aufenthalte sollen natürlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander stattfinden.)

Einen Austauschpartner finden

Die Initiative zu einem Einzelaustausch kann vom Schülerinnen und Schülern oder vom Lehrerinnen und Lehrern ausgehen. Wenn Interessierte einen Austausch machen möchten, sollten sie sich in jedem Fall zunächst an ihre Französischlehkraft wenden. Diese kann, sofern eine Partnerschaft mit einer französischen Schule besteht, über die Deutschlehrerin bzw. den Deutschlehrer in Frankreich Kontakte zu interessierten Schülern auf französischer Seite herstellen.

Wenn keine Kontakte zu einer französischen Schule bestehen, bietet die Internetseite des DFJW (vgl. www.dfjw.org bzw. Link in der rechten Spalte) unter der Rubrik „Anzeigen“ die Möglichkeit, nach Austauschpartnern zu suchen.

Gegebenenfalls können auch die Schulbehörden der Länder und die französischen Rectorats d’Académie bei der Suche nach geeigneten Partnern behilflich sein. Einige Bundesländer bieten im Rahmen bestehender Regionalpartnerschaften Hilfe bei der Vermittlung für den individuellen Schüleraustausch an.
Nähere Auskünfte dazu sowie zu den administrativen, juristischen und pädagogischen Rahmenbedingungen (siehe „Gemeinsame Erklärung“ vom 30. Juni 1989) erteilt die jeweils zuständige Schulbehörde. Auch Einschreibeformulare und Zuschussanträge sind dort erhältlich.

Wie organisiere ich einen solchen Austausch?

Die Entscheidung über die Teilnahme am Austausch und die Aufnahme einer Partnerschülerin oder eines Partnerschülers wird von den verantwortlichen Lehrkräften und den SchulleiterInnen getroffen. Sobald sich die deutsche und französische Schule über die Modalitäten des Austausches geeinigt haben, informieren sie hierüber offiziell die deutsche bzw. französische Schulbehörde.

Detaillierte Informationen finden Sie in den "Allgemeinen Informationen Sauzay-Programm".

 

Unterstützung durch des DFJW

Das DFJW kann den Teilnehmenden einen pauschalen Zuschuss zu den Fahrtkosten gewähren, sofern vor Beginn des Austausches über die zuständige Schulbehörde ein entsprechender Zuschussantrag der Schule eingereicht wird. Die Antragsformulare können bei der zuständigen Schulbehörde oder direkt beim DFJW angefordert werden.

Hier Finden Sie den Antrag für das Sauzay-Programm

 

Weitere Brochüren zu dem Thema:

Broschüre Brigitte-Sauzay-Programm

Allgemeine Informationen Programme Brigitte Sauzay (Stand: 2012)

Brigitte-Sauzay-Programm Zuschussantrag

Brigitte-Sauzay-Programm Dossier Familie-Schule

Sprachenkonzept Saarland 2011

Sprachliche Bildung ist die Basis für soziale, kulturelle und berufliche Handlungsfähigkeit. Um das Sprachlernen im Saarland verbesser zu können wurde im Dezember 2010 das Sprachenkozept Saarland 2011 vorgestellt.

In den nächsten Jahren sollen Maßnahmen eingeleitet werden, um die Schülerinnen und Schüler auf die sprachlichen Herausforderungen im (Berufs-)Alltag vorzubereiten. Ziel ist es, den Sprachenunterricht an den saarländischen Bildungseinrichtungen effizienter und anwendungsorientierter zu gestalten. Ein zentrales Augenmerk richtet sich dabei neben der Deutschförderung auf die Stärkung des Französischen als Sprache des Nachbarn und auf die Stärkung des Englischen als internationale Wirtschafts- und Verkehrssprache. Künftig sollen alle saarländischen Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit in der Lage sein, beide Sprachen in konkreten privaten und beruflichen Kommunikationssituationen kompetent anwenden zu können.

SCHWERPUNKTE DES SPRACHENKONZEPTES SAARLAND 2011

 Optimierung des Französisch- und des Englischunterrichtes

Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler im Saarland am Ende ihrer Schulzeit wirklich in der Lage sind, in beiden Sprachen zu kommunizieren – auch die Schülerinnen und Schüler im Hauptschulbildungsgang, die bisher meist nur eine der beiden Sprachen lernen. Hierfür wird der Französischunterricht in der Grundschule durch geeignete Maßnahmen verbessert und das Englischangebot an den Pflichtschulen ausgeweitet. Damit soll erreicht werden, dass die wichtigsten schulischen Fremdsprachen in Europa, Englisch und Französisch, von allen saarländischen Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 5 oder 6 gelernt werden.

 Sowohl im Französischen als auch im Englischen wird das Sprachenlernen im Saarland mit Sprachenzertifikaten gefördert.

Mit einem Sprachenzertifikat eines außerschulischen Anbieters erwerben Schülerinnen und Schüler sowohl im Französischen als auch im Englischen einen insbesondere in der Wirtschaft sehr gefragten und anerkannten zusätzlichen Qualifikationsnachweis und verbessern somit ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wie auch im universitären Bereich.

Die Partner sind z.B. die University of Cambridge mit Cambridge ESOL-Zertifikaten können Schülerinnen und Schüler im Saarland international bekannte und anerkannte Sprachzertifikate vergünstigt erwerben.

Ein weiteres wichtiges Ziel des Sprachenkonzeptes ist der Ausbau der vielfältigen Fördermaßnahmen im Bereich Deutsch als Zweitsprache.
 Wichtige Elemente sind die integrative Sprachförderung im schulischen Regelangebot sowie Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in der Erstausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte und der Erzieherinnen und Erzieher. 
Auch die Herkunftssprachen von Kindern aus Migrantenfamilien werden stärker in den schulischen Bildungsgang einbezogen
Hier wird angestrebt, den Erwerb von Sprachenzertifikaten im muttersprachlichen Unterricht zu ermöglichen und zu fördern. Der muttersprachliche Unterricht soll auf diese Weise enger an den schulischen Fremdsprachenunterricht gekoppelt werden.

Das Sprachenkonzept Saarland 2011 strebt eine Ausweitung des bilingualen Unterrichts an. Eine Möglichkeit der Verstärkung der Fremdsprachen in der Sekundarstufe II ist, Unterricht in Sachfächern wie beispielsweise Erdkunde oder Biologie an allen Schulen, an denen qualifizierte Lehrkräfte vorhanden sind, häufiger in einer Schulfremdsprache zu erteilen. Indem ein oder mehrere Sachfächer phasenweise oder ganz in einer Fremdsprache unterrichtet werden, kann das Sprachenlernen intensiviert werden, ohne dass die für den eigentlichen Fremdsprachenunterricht zur Verfügung stehende Unterrichtszeit ausgedehnt wird. Ein entsprechendes Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte startet im Schuljahr 2011/12.

Chinesisch und Japanisch auch für saarländische Schüler/innen

Ab dem Schuljahr 2011/12 können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12/13 an allgemein bildenden und beruflichen Schulen im Rahmen von landeszentralen Arbeitsgemeinschaften solche Fremdsprachen lernen, die im regulären Unterricht in saarländischen Schulen selten gelehrt werden. Die Kurse werden als 2-stündige Lehrgänge angeboten. Mehr als 80 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12/13 haben sich angemeldet und lernen jeweils samstags am Sprachenzentrum der UdS Chinesisch oder Japanisch. Es ist vorgesehen, dieses Angebot in den kommenden Jahren auf weitere Sprachen wie beispielsweise Arabisch, Russisch oder Türkisch auszuweiten.

Sprachliches Lernen ist auch in der Schule immer auch kulturelles und interkulturelles Lernen. Ziel des Unterrichts der modernen Fremdsprachen ist es deshalb immer, auf reale Begegnungssituationen vorzubereiten und diese so weit wie möglich in den Unterricht zu integrieren. Dies ist im Saarland insbesondere für Französisch leicht möglich.

Die Grundlagen des Fremdsprachenunterrichtes haben sich in den letzten Jahren durch den Einsatz neuer Medien fundamental gewandelt. Durch den Einzug der digitalen Medien ist gerade im Bereich des Hörverstehenstrainings vieles einfacher und komfortabler geworden. Die saarländische Landesregierung hat 2009 im Rahmen der Umsetzung des Zukunftsinvestitionsgesetzes aus Mitteln des Bundes und des Landes eine Million Euro für eine angemessene technische Ausstattung an Schulen bereitgestellt. 

Innovative Entwicklungen im Bereich des Sprachenlernens bedingen neue und erweiterte Kompetenzen bei Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern sowie neue Aus-, Fort- und Weiterbildungsinhalte. Entsprechende Fortbildungskurse werden bereits im Fortbildungsprogramm des Landesinstitutes für Pädagogik und Medien angeboten oder befinden sich aktuell in der Vorbereitung.

Schülerinnen und Schülern erwerben Cambridge-Sprachenzertifikate

Im Rahmen des Sprachenkonzeptes 2011 wurde am 28. Oktober 2010 eine
Kooperationsvereinbarung zwischen dem saarländischen Bildungsministerium, dem Verband der Volkshochschulen im Saarland e.V. und der Universität Cambridge über die Abnahme von Zertifikatsprüfungen im schulischen Bereich abgeschlossen. Diese Kooperationsvereinbarung ermöglicht es saarländischen Schülerinnen und Schülern, die Cambridge-Sprachenzertifikate vergünstigt zu erwerben.

im vergangenen Schuljahr bereits vier Prüfungen im Rahmen der Kooperationsvereinbarung stattgefunden. Daran beteiligt waren das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken, das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis, das Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis und das Gymnasium am Stefansberg in Merzig.

Ein weiterer Bestandteil des Sprachenkonzeptes 2011 ist der verstärkte Einsatz des bilingualen Sachfachunterrichts. Dieser soll in den nächsten Jahren an allen Schulformen modulartig das Sprachenlernen wirkungsvoll in gesellschafts­wissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern und auch sonstigen Sachfächern unterstützen. Es geht dabei um Unterricht, der ganz oder teilweise in einer Fremdsprache gehalten wird.

Bildungsministerium und die Universität des Saarlandes bei der Förderung des Sprachenlernens auch auf weiteren Feldern kooperieren. So lernen beispielsweise 110 Schülerinnen und Schüler seit Beginn des laufenden Schuljahres im Sprachenzentrum der Universität in zweistündigen Kursen samstagmorgens Chinesisch und Japanisch.

Diese Kooperation ermoeglicht es Schülerinnen und Schülern Sprachen zu erlernen, die in Zukuft von Bedeutung fuer den globalen Arbeitsmarkt sind.

 

Rund 1.500 saarländische Viertklässler erwerben internation al anerkanntes Sprachenzertifikat des französischen Staates

Pressemitteilung vom 20.09.2011

 

Die Qualitätssicherung des Französischunterrichts in der Grundschule ist ein wichtiges Anliegen des Ende 2010 verabschiedeten Sprachenkonzepts Saarland 2011. Die Anschlussfähigkeit an der Schnittstelle Grundschule-weiterführende Schule zu gewährleisten, spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle.

Hier leistet das DELF-Prim-Zertifikat einen bedeutenden Beitrag. Normalerweise sind die Prüfungen zu diesem Sprachenzertifikat kostenpflichtig. Nur im Saarland wird allen Viertklässlern, die Französisch ab der 1. Klasse lernen, die Chance eröffnet, das DELF-Prim kostenlos zu erwerben.

Am Ende des Schuljahres 2010/2011 haben rund 1.500 saarländische Viertklässler das
DELF-Prim-Zertifikat erworben.

Die Auswertungen der DELF-Prim-Prüfungen belegen, dass die Schülerinnen und Schüler beeindruckende Leistungen in den Bereichen Hörverstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben erbracht haben. Dies Zeugt davon. dass im Saarland bereits in den Kindergärten und den ersten Grundschuljahren ein gutes Fundament für den weiterführenden Französischunterricht gelegt wurde.

Ermöglicht wird dieses weltweit einmalige Angebot durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem französischen Staat, die Vereinbarung sieht vor, dass das saarländische Bildungsministerium vielfältige Aufgaben wie beispielsweise den Druck der Prüfungsmaterialien sowie die Organisation und Durchführung der Prüfungen übernimmt.

 

http://www.saarland.de/SID-3E724395-60766450/59844_85012.htm